Dies ist ein Ärzte Verzeichnis. Wenn Sie dringend Hilfe benötigen rufen Sie bitte den Kassenärztlichen Notdienst unter 116117 an. Verbergen

Der private ärztliche Notdienst

Die Alternative zum kassenärztlichen Bereitschaftsdienst, der teils lange Wartezeiten und Wege mit sich zieht, sind private ärztliche Notdienste. Diese Dienste richten sich an Privatpatienten, Beihilfepatienten und Selbstzahler. Auch wer nicht privat krankenversichert ist, kann diesen Service natürlich auf eigene Kosten in Anspruch nehmen. Private Arzt-Notdienste bieten die Möglichkeit, unkompliziert und schnellstmöglich behandelt zu werden – und zwar direkt bei sich zu Hause, oder wo auch immer man möchte. Funktional bilden sie primär das Gegenstück zum kassenärztlichen Bereitschaftsdienst: wer als Privatpatient abseits der regulären Praxiszeiten einen Arzt braucht, kann auch den privaten ärztlichen Notdienst konsultieren. Die Vertragsärzte der regionalen und überregionalen privaten Notdienste sind zumeist qualifizierte Fachärzte, Bereitschaftsärzte und Notärzte.

Sinn und Zweck

Hausbesuche machen heutzutage nur noch die wenigsten Ärzte. Was auf dem Lande teilweise noch praktiziert wird, ist in den Städten in der Regel völlig verschwunden: der Arzt kommt nicht mehr nach Hause, sondern der Patient begibt sich in die Arztpraxis. Doch in Notfällen und akuten Beschwerden ist dies nicht immer möglich. Hier bietet sich der private Notdienst an, denn er kommt rasch und unbürokratisch nach Hause. Privatärztliche Notdienste sind somit der Bereitschaftsdienst mit Hausbesuchsgarantie. Das kostet allerdings; wer nicht privat versichert ist, hat diese Leistung selbst zu bezahlen.

Verfügbarkeit

Es gibt nicht den einen Anbieter privater medizinischer Notfallversorgung, sondern verschiedene Dienste, die miteinander konkurrieren. Daher fehlt auch eine einheitliche Notrufnummer. Anders als der kassengesetzliche ärztliche Bereitschaftsdienst sind private Arztdienste auch nicht bundesweit flächendeckend verfügbar, es gibt jedoch einige Anbieter, die überregional oder bundesweit erreichbar sind. Das Angebot variiert je nach Region teils stark. Vor allem in den großen Städten und deren Umland sind private ärztliche Notdienste oft angesiedelt.

24-Stunden-Verfügbarkeit bieten allerdings nur die wenigsten Anbieter, die meisten Notdienste sind zwischen frühmorgens und spätabends erreichbar, an Wochenenden, Feiertagen, aber auch an Werktagen.

Anbieter

Privatärztliche Notdienste, die eine deutschlandweite Versorgung bieten, sind der Arzt-Ruf (Rufnummer 19 257) und der Privatärztliche Akut-Dienst, PrivAD (Rufnummer 01805 304 505). Die Einsatzgebiete dieser beiden Notdienste erstrecken sich auf ganz Deutschland. Darüber hinaus gibt es etwa für das Rhein-Main-Gebiet noch den Privatärztlichen Notdienst Rhein/Main, der im Großraum Frankfurt/M., Wiesbaden, Mainz oder Darmstadt operiert. In Großstädten und Ballungsräumen existieren diverse weitere Dienste.

Procedere

Die privaten Notrufzentralen nehmen den Anruf entgegen, klären erste Details am Telefon und informieren dann sofort den für den Wohnort des Anrufers zuständigen Mediziner, der sich telefonisch rückmeldet, alles Weitere direkt mit dem Patienten bespricht und dann persönlich vorbeikommt. Innerhalb kürzester Zeit, üblicherweise deutlich unter einer Stunde, hat man auf diese Weise einen Arzt vor Ort.

Manche Dienste unterhalten eine eigene Dienstwagen-Flotte, in grellen Farben und mit Arzt-Schild auf dem Dach, Ärzte anderer Vereinigungen kommen dezent und unauffällig im neutralen PKW. Selbstverständlich aber immer ohne Blaulicht.

Kosten

Rechnungen werden im Nachhinein direkt vom Arzt oder dem angerufenen Dienst entsprechend der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) an den Behandelten verschickt. Ist dieser bei einer privaten Krankenkasse versichert, werden die Kosten in der Regel vollständig übernommen; Privatversicherte können die Rechnung einfach bei Ihrer Kasse einreichen. Hat ein Patient keine private Versicherung, dann hat er die Kosten selbst zu tragen. Gesetzlich Versicherte, die Kostenerstattung mit ihrer Krankenkasse vereinbart haben, bekommen evtl. einen Teil der Rechnung erstattet. Bei Beihilfepatienten werden die Kosten von den Beihilfestellen übernommen.

Redaktion: Léa Gersindel
Letzte Aktualisierung: 6.3.2013

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